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VCW nach 3:2 im Viertelfinaaaale!

Der VC Wiesbaden hat es wieder getan! Nach dem 3:2-Sensationssieg am Samstag bei Allianz Stuttgart im Spiel der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen hat die Truppe von Chefcoach Paul Sens und seinen Co-Trainern Jochen Schöps und Marcos Fernández das nächste Match im fünften Satz für sich entschieden (25:20, 21:25, 23:25, 25:19, 15:8). Das 3:2 gegen den Dresdner SC bedeutet den Einzug ins Viertelfinale des zoi DVV-Pokals – und zugleich den sechsten Sieg in Folge (fünf in der Liga).

1.247 Fans hatten ihre Mannschaft über 115 Minuten hinweg in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit nach vorne gepeitscht. Und gemeinsam waren alle auf dem Platz und auf den Rängen durch den Tiebreak gerauscht, den der VCW überraschend dominant gestalten konnte. Die Mannschaft ist gefestigt. Sie ließ sich durch Rückstände nicht aus der Ruhe bringen und überzeugte erneut mit einer Wahnsinnsmoral. Als die Wiesbadenerinnen ihre Fans längst abklatscht hatten und sich zum Ausklang dehnten, saß DSC-Chefcoach Alexander Waibl noch lange grübelnd auf seinem Stuhl. Warum hatte es sein vor der Saison hochgehandelter Kader wieder nicht verstanden, Stabilität bis zum Ende aufs Parkett zu bringen?

Klar, dass sich seine Zuspielerin Sarah Straube nach dem Pokal-Aus nicht so recht über ihre silberne MVP-Medaille freuen mochte. Gegenpart Sanne Konijnenberg nahm ihre Goldene freudestrahlend entgegen. Sie hatte ihre Mitspielerinnen intelligent in Szene gesetzt und 6 Punkte beigesteuert. Cayetana López-Rey war an diesem denkwürdigen Abend mit 27 Punkten die Erfolgreichste aller Athletinnen. Zweistellig punkteten auch Marharyta Geiko (17; nach ihrem Kopftreffer in Stuttgart wieder durchgehend an Bord), Julia Murmann (15) und Roos Wessels (14). Je 18 Punkte schafften beim DSC Morgan Geddes und Mackenzie Foley, beides US-Amerikanerinnen auf den Außenpositionen.

Als möglicher Backup für Diagonale Marharyta Geiko war erstmals die gerade erst 18 Jahre alt gewordene Kea Dargel dabei. Sie ist regelmäßig Punktbeste beim VCW 2, der in der 2. Bundesliga Frauen Süd antritt. Die Nachwuchsoffensive des VC Wiesbaden trägt zunehmend Früchte. Libera Emma Burda, Mittelblockerin Kathi Breitenbach und Diagonale Jovana Dordević haben den Spung von der 2. Mannschaft in den Profi-Kader bereits geschafft.

Die Story zum Spiel gegen den DSC

Erster Satz: 25:20 (1:0)

Ausgeglichene, packende Anfangsphase – beide Teams standen gleich voll im Saft (7:7). Dann wurde der Gästedruck höher (6:9, 10:13). Cayetana López-Rey schmetterte das erste VCW-Ass mit Volldampf zum 13:16 aufs Parkett. Und dann waren die Hessinnen wieder nah dran (16:17, 17:18, Julia Murmann). Alex Waibl nahm seine zweite Auszeit. Nach dem längsten Ballwechsel dann der Ausgleich nach Fehler des DSC und das nächste VCW-Ass durch Sanne Konijnenberg (19:18). Roos Wessels zielte wiederholt in den freien Raum (22:19, 23:20). Und nun setzte Dresden tatsächlich den nächsten Ball ins Aus (24:20) – vier Satzbälle für die Gastgeberinnen. Das 25:20 ließ Alex Waibl nochmal checken ... ohne Erfolg, es gab keine Berührung. Berührt waren aber die Fans „der Blauen“ ob der 1:0-Satzführung ihrer Heimmannschaft.

Zweiter Satz: 21:25 (1:1)

Die Dresdnerinnen hatten nun mehr Höhe am Netz, was den VCW wiederholt überraschte (1:5). Schöner Pipe durch Marharyta Geiko (5:9) und eine Finte von Sanne Konijnenberg (7:10). Der VCW rückte den Sächsinnen näher auf die Pelle (11:12), ließ sie dann aber davonziehen (12:16). Die Lösungen auf des Gegners Seite waren überzeugender. Zum Satzende hin gab es noch ein paar Statements des VCW (u.a. durch Roos Wessels), aber dann bescherte Julia Murmann mit ihrem Service ins Aus dem Gast fünf Satzbälle (19:24). Zwei wurden abgewehrt. DSC-Mittelblockerin Florentine Rosemann machte schließlich den Sack zu.

Dritter Satz: 23:25 (1:2)

Nach der 2:0-Führung zirkelte Marharyta Geiko ihren Aufschlag millimetergenau ins hinterste linke Eckchen. Wenig später hatte Dresden ausgeglichen, aber die Sens-Truppe ließ sich nicht entmutigen. Das 10:7 begleitete der Coach mit einem Luftsprung. Seine Mannschaft ließ dann aber wiederholt den Ausgleich zu (11:11, (19:19, 20:20). Und nach einem verunglücktem Angriffsschlag weit weg vom Netz hatten die Dresdnerinnen ihre Nasen vorn (20:21). Cayetana López-Rey machte ihren Fehler direkt wieder gut (21:21). Letztmögliche Auszeit beim 23:23, Gelbe Karte für Alex Waibl. Vom angeschlagenen Block segelte der Ball ins Aus. Gleich der erste DSC-Satzball saß. Nun musste der VCW neue Kräfte sammeln ...

Vierter Satz: 25:19 (2:2)

Schöne Blockarbeit durch Ross Wessels und Julia Murmann zu Beginn. Nun zündeten auch Zuspiel und Einbeiner (9:5) wieder prima. Der DSC agierte in dieser Phase unsicherer als in den Sätzen zuvor (12:6). Der VCW hielt den Druck hoch (13:7, Rachel Gomez). Lena Kindermanns Ass brachte den 9. Dresdner Punkt, aber den zweiten Aufschlag setzte die 1,90 Meter große Diagonale in die Maschen. Julia Murmann besorgte das 16:12; dann ein Netzroller zum 17:13 und ein VCW-Block zum 19:13. Die Zuschauer erfreuten sich an Wiesbadens Angriffspower und der guten Feldabwehr (21:14). Beim 21:16 rief Paul Sens seine Damen an die Seite. Marharyta Geiko scorte zum 23:17 und dann war der Satzausgleich geschafft! Der VCW hatte sich nach Rückstand wieder einmal den Tiebreak gesichert.

Fünfter Satz 

Mit mächtig Rückenwind und Adrenalin in den Adern warfen sich die Hessinnen förmlich in den Tiebreak! Sanne Konijnenberg verschaffte ihrem Team mit tollen Blockpunkten Luft (4:1, 5:2). Über 7:4, 9:5 und 11:7 ging es unter ohrenbetäubendem Jubel weiter, bis die Gastgeberinnen auch diesen Abschnitt erbeutet hatten (15:8). Die Blockarbeit war in der entscheidenden Phase überragend. Mit unbändigem Selbstbewusstsein hatte die junge Mannschaft von Paul Sens den erfahrenen Dresdnerinnen am Ende den Schneid abgekauft. Wow!

Lange hallte es nach Spielschluss noch durch die Arena ... „VCW, VCW!“ Ein besonderer Moment auch für die Ehrengäste des Abends, darunter Hessens Sportministerin Diana Stolz (sie überreichte die MVP-Medaillen), Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Heimatminister Ingmar Jung und Sportdezernentin Daniela Georgi. Geehrt wurden auch Christina Färber und VCW-Nachwuchstrainer Frank Bachmann, die im Oktober in Spanien beide als Spieler Weltmeister mit ihrer deutschen Senioren-Nationalmannschaft wurden. Färber spielte von 2000 bis 2005 für Wiesbaden und war Teil der Mannschaft, die vor über 20 Jahren in die Bundesliga aufgestiegen ist. Später unterstützte sie den VCW e.V. auch als 2. Vorsitzende.

Nächste Spiele

Die Partie VCW – DSC war die erste des Achtelfinales im zoi DVV-Pokalwettbewerb. Die weiteren sieben Begegnungen finden am 7. und 8. November statt. Am Sonntagabend erfolgt die Auslosung für das Viertelfinale am 21./22. November. Das Endspiel der Damen- und Männerteams steigt am 27. Februar 2027 erstmals in der Lanxess Arena in Köln vor bis zu 20.000 Fans. Tickets hier

Der VCW kann sich nach dem Einzug ins Viertelfinale nun neun Tage lang neu justieren. Am 15.11.2026 (Sonntag, 15:30 Uhr) kommt der SSC Palmberg Schwerin zum Spitzenspiel der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga nach Wiesbaden – die ehemalige „Heimatclub“ von Paul Sens ist als einziger im Oberhaus noch ungeschlagen (18 Punkte). Der VCW rangiert mit 13 Punkten an dritter Stelle. Und mit den Dresdnerinnen kommt es am 28.11.2026 (Samstag; 17:15 Uhr) zu einem  frühen Wiedersehen, dann in der Cyberport Arena.

(Text: Sabine Ursel)  

STATEMENTS

Paul Sens: „Die Mannschaft hat alle mit ihrer Leidenschaft, mit ihrem großem Kampfgeist und unbändigem Willen mitgerissen, auch mich. Ich bin stolz auf die tolle Leistung. Das Team hat verdient gewonnen. Natürlich wissen wir, dass wir nur eine Runde weiter sind und dass wir uns aller Wahrscheinlichkeit nach wieder mit einem schweren Gegner zu messen haben. Auch in der Liga kommen jetzt zwei harte Matches auf uns zu. Dafür werden wir im Training weiter hart arbeiten.“

Sanne Konijnenberg: „Unsere Connection war in allen Mannschaftsteilen richtig gut. Wir haben den Fokus behalten und unsere Chancen weitgehend genutzt. Mein Fazit in Kurzform: gute Lösungen im Angriff, Power in Block und Abwehr, viel Leidenschaft, Energie und toller Kampf über das ganze Spiel hinweg.“

 

VCW-Kader 2026/27 + Punkte

Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 6 Punkte), Hanna Weinmann
(nicht eingew.)

Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 27), Julia Murmann (Kanada; 15),
Sara Pustahija (Serbien; nicht eingew.)

Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine; 17), Jovana Dordević (nicht eingew.),
Kea Dargel (nicht eingew.)

Mittelblock: Rachel Gomez (USA; 5), Roos Wessels (Niederlande; 14),
Kathi Breitenbach (nicht eingew.)

Libera: Rene Sain (Kroatien), Emma Burda

 

TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen

15.11.2026 (Sonntag)
15:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit

28.11.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: Dresdner SC – Dresdner SC
Dresden, Cyberport Arena

zoi DVV-Pokal
21./22.11.2026, Viertelfinale
Termin und Gegner noch offen

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