Donnerstag: Pokal-Fight gegen Dresden
Der VC Wiesbaden setzt auf einen riesigen Fan-Support in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit, wenn es am Donnerstag (05.11.2026) ab 18:30 Uhr gegen die „guten, alten Bekannten“ vom Dresdner SC um den Einzug ins Viertelfinale des zoi DVV-Pokals geht. Kein leichtes Los, um in den Wettwettbewerb einzugreifen, aber eines, das viel Spannung und jede Menge heiße Phasen verspricht ...
Rückenwind nach Sieg in Stuttgart
Von einem Liga-Alltag kann beim VC Wiesbaden nicht die Rede sein – über ihre fünf Erfolge in Serie haben die Athletinnen von Chefcoach Paul Sens und seinen Co-Trainern Jochen Schöps und Marcos Fernández in der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen nämlich eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Highlight war der 3:2-Sieg nach 0:2-Satzrückstand beim vierfachen Deutschen Meister (und fünffachem Pokal-Sieger) Allianz MTV Stuttgart am vergangenen Samstag in der SCHARRena. Was die Hessinnen dort ablieferten, war spektakulär. Die Nerven hielten auch im Tiebreak, den man sich mit 16:14 schnappte. Lohn nach nur einer (unnötigen) Niederlage beim USC Münster und den dann folgenden fünf Erfolgen: der 3. Tabellenplatz mit 13 Punkten – überraschenderweise drei Zähler mehr, als der kommende VCW-Gegner im zoi DVV-Pokal (Platz 5) derzeit auf dem Konto hat. Aber: Ein Selbstläufer ist das freilich noch lange nicht!
Paul Sens: „Dresden ist namhaft besetzt, hat ein erfahrenes Trainerteam und weiß sehr genau, wie man ein solches Spiel angeht. Nach dem holprigen Saisonbeginn hat man sich gegen Suhl gut erholt gezeigt. Die Mannschaft kommt mit breiter Brust nach Wiesbaden. Uns hat der Sieg gegen Stuttgart enorm Auftrieb gegeben, ganz klar. Aber klar ist auch, dass wir Jäger der Großen sind. Ziel ist zunächst, Stabilität über einen längeren Zeitraum aufs Feld zu bringen. Wir freuen uns aber, wenn wir auf unserem Weg dorthin schon jetzt dem einen oder anderen ein Bein stellen können. Am Donnerstag wird es auf jeden Fall spannend zugehen. Die Fans – ob aus Wiesbaden und umzu oder aus Dresden – können sich auf viele packende Aktionen freuen. Wir werden dann wichtige Erkenntnisse mitnehmen, die uns helfen, auch am 28. November in Dresden möglichst gut zu performen, wenn wir uns dort zum Bundesliga-Duell wiedersehen.“
Über den Dresdner SC
Der ambitionierte DSC – vor Saisonbeginn von vielen Experten als ernsthafter Anwärter auf den Meistertitel gesehen – ist mit stotterndem Motor in die Hinrunde der Saison 2026/27 gestartet. Das deutliche 0:3 daheim gegen Stuttgart zum Saisonauftakt und das 1:3 beim SSC Palmberg Schwerin waren empfindliche Dämpfer. Nach Pflichtsiegen gegen die Ladies in Black Aachen und die Binder Blaubären Flacht folgte bei Schwarz-Weiß Erfurt eine schwer erklärbare 2:3-Niederlage (7:15 im Tiebreak). Nach deutlicher Ansage von Langzeit-Chefcoach Alexander Waibl war dann aber zuletzt beim Heimspiel gegen den amtierenden Liga-Meister VfB Lotto Thüringen wieder deutlich mehr Sachsen-Energie auf dem Parkett: 3:0 hieß es vor 2.781 Zuschauern nach 79 Minuten.
Zum DSC-Kader
„Der Einkaufszettel macht die Konkurrenz neidisch“ – so textete das Volleyball Magazin in seiner Oktoberausgabe zum Saisonstart. Und: „Jetzt muss Dresden liefern.“ Beim Blick auf den aktuellen Kader verständlich. Patricia Nestler (Libera), Lena Kindermann, Mackenzie Foley ... drei von vielen exponierten Namen, die für Stabilität und hohe Punktausbeute stehen. Aber: Kapitänin Nestler zog sich nach nur zwei Pflichtspielen einen Teilriss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu. Für sie wurde die kanadische Nationalspielerin Katerina Georgiadis nachverpflichtet. Der mit vielen Vorschusslorbeeren aus der starken italienischen Serie 1 kommenden Lena Kindermann hatte man aufgrund ihrer „geballten Erfahrung“ eine tragende Rolle zugedacht. Die Nationalspielerin muss sich indes die Diagonalposition mit Maia Dvoracek teilen; die US-Amerikanerin wurde nach dem Suhl-Spiel als beste Athletin geehrt. Und Mackenzie Foley: Sie war in der vergangenen Saison ein beständiger Punkthamster beim Überraschungsmeister Suhl. Diese Form gilt es in Sachsen erst noch zu bestätigen.
Die Abgänge von Diagonale Marta Levinska (jetzt in Japan bei SAGA Hisamitsu Springs) und Lorena Lorber Fijok wiegen schwerer als erwartet. Außenangreiferin Fijok spielt jetzt beim rumänischen Meister und Supercup-Gewinner CSO Voluntari u.a. zusammen mit der Niederländerin Pleun van der Pijl, die in der vergangenen Saison beim VCV Wiesbaden unter Vertrag stand.
Weitere Pokal-Infos
Der VC Wiesbaden wird den Gegner keinesfalls unterschätzen. Der 1990 (wieder) gegründete Dresdner SC zählt seither zu den erfolgreichsten Profi-Mannschaften überhaupt: sieben Pokalsiege (1999, 2002, 2010, 2016, 2018, 2020, 2025) und sechs Meistertitel stehen auf den Visitenkarten des Clubs von der Elbe. Beide Teams lieferten sich über mehr als zwei Jahrzehnten hinweg immer umkämpfte Begegnungen in der Liga, in den Playoffs und im Pokal. Unvergessen: Das Pokal-Finale 2018, als der VCW gegen den DSC in der SAP Arena in Mannheim spielte, dort aber mit 0:3 verlor. 2024/25 hatte der VC Wiesbaden 2 (2. Bundesliga Frauen Süd) das „Vergnügen“, im Achtelfinale gegen Erstligist Dresden antreten zu müssen bzw. dürfen (0:3).
Mit dem elften Pokalendspiel in der Mannheimer SAP Arena ging im März 2026 eine Ära zu Ende. Geografisches und sportliches Ziel aller teilnehmenden Clubs ist nun die Lanxess Arena in Köln, wo am 27. Februar 2027 das zoi DVV-Pokal-Finale steigt. 20.000 Fans sehen dann an einem Tag die Frauen- und Männerfinalisten – ein mega Event der deutschen Sportlandschaft. Tickets hier
(Text: Sabine Ursel)
VCW-Kader für die Saison 2026/27
Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; Trikotnr. 11), Hanna Weinmann (6)
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 2), Julia Murmann (Kanada; 5),
Sara Pustahija (Serbien; 99)
Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine; 3), Jovana Dordević (8)
Mittelblock: Rachel Gomez (USA; 17), Roos Wessels (Niederlande; 4),
Kathi Breitenbach (7)
Libera: Rene Sain (Kroatien; 9), Emma Burda (10)
TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen
31.10.2026 (Samstag)
19:00 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena
zoi DVV-Pokal-Achtelfinale
05.11.2026 (Donnerstag)
18:30 Uhr: VCW – Dresdner SC
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
15.11.2026 (Sonntag)
15:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
28.11.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: Dresdner SC – VCW
Dresden, Cyberport Arena (ehemals Margon Arena)
28.11.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: Dresdner SC – Dresdner SC
Dresden, Cyberport Arena
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