Super! Heimsiege für beide VCW-Teams
Das war ein hartes Stück Arbeit! Die Profis des VC Wiesbaden mussten sich am Samstagabend in der eigenen Halle gegen die Skurios Volleys Borken beim 3:1 (22:25, 25:12, 25:20, 26:24) ordentlich strecken, um auch das zweite Heimspiel in Folge zu gewinnen. Es war keine Gala wie am Mittwoch zuvor gegen die Ladies in Black Aachen (3:0), aber die Mannschaft von Chefcoach Paul Sens und den Co-Trainern Jochen Schöps und Marcos Fernández bewies Durchhaltvermögen und im entscheidenden Moment die besseren Nerven. Im anschließenden Match des VC Wiesbaden 2 gab es ebenfalls einen Sieg: Die Pink Crew München wurde im Spiel der 2. Volleyball Bundesliga Süd mit 3:2 bezwungen.
Das Wiesbadener Match der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen gegen Borken zunächst in Stichpunkten: ungewohnte Unsicherheiten im verlorenen ersten Satz – ein souverän ausgespielter zweiter Abschnitt – Durchhaltevermögen im dritten und Resilienz im vierten Satz mit glücklichem Ausgang. Die Skurios verzeichneten im dritten Saisonspiel ihren ersten Satzgewinn und zeigten einige schöne Ballstafetten. 1.217 Fans in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit waren hin- und hergerissen, zumal am Ende durchaus ein fünfter Satz drohte. Am Ende wurde VCW-Libera Rene Sain mit der Goldmedaille geehrt – sie hatte mit überragenden Abwehraktionen für Jubelstürme gesorgt. Bei den Skurios verdiente sich Mittelblockerin Lara Kretschmer (11 Punkte) Silber.
Beim VCW trafen gleich fünf Spielerinnen zweistellig: Marharyta Geiko (17), Cayetana López-Rey (16), Rachel Gomez (15), Julia Murmann und Roos Wessels (je 10). Besonders Gomez und Geiko waren in diesem Match deutlich präsenter als gegen Münster und Aachen.
Die Story zum Spiel
Erster Satz: 22:25 (0:1)
Der Gast ging mit 1:0 in Führung, sah sich dann aber den vehement ausgeführten Schlägen von VCW-Außenangreiferin Cayetana López-Rey konfrontiert, die gleich mehrfach Zählbares schaffte. Mit mächtigem Angriff in den leeren Raum bescherte Diagonale Marharyta Geiko dem VCW das 10:5. Aber: Das war kein Selbstläufer. Die Skurios hatten Überraschungseffekte parat (13:13), und sie profitierten nun mehrfach von zag- und fehlerhaft agierenden Gastgeberinnen. Jetzt lief der VCW tatsächlich hinterher (15:19). Paul Sens brachte erstmals in dieser Saison Sara Pustahija (für López-Rey) aufs Feld, die umgehend auf 16:19 verkürzte, aber ihren folgenden Aufschlag ins Netz setzte. Borken diktierte weiter das Geschehen (18:23, dann fünf Satzbälle). Auch den längsten Ballwechsel mit kuriosen Aktionen entschied die Mannschaft von Cheftrainerin Kira Walkenhorst für sich – damit hatte der VCW den ersten Satz der Saison auf dem Home Ground bei stotterndem Motor hergeschenkt (22:25).
Zweiter Satz: 25:12 (1:1)
Nun waren die Hessinnen deutlich wacher (8:2). Marharyta Geiko erzielte das erste Ass im Spiel (9:2). Borken fehlten jetzt die entscheidenden PS (14:6). Der VCW war auf dem besten Weg, die unsicheren Phasen aus dem ersten Kapitel vergessen zu machen (18:9). Alle Elemente waren auf dem Posten. Jetzt klappte auch der Pipe-Angriff (20:11, Marharyta Geiko). Inzwischen war die etatmäßige Libera Emma Burda für Cayetana López-Rey auf dem Parkett. Und dann kam die Kür von Julia Murmann – sie machte zwei umjubelte Blockpunkte und besorgte auch den Satzgewinn für den VCW. Ihr Team hatte sich eindrucksvoll zurückgemeldet.
Dritter Satz: 25:20 (2:1)
Aber: Ehe sich die Gastgeberinnen versahen, lagen sie schon mit 0:4 zurück ... Das war ein Weckruf. Cayetana López-Rey stellte nach einer Aufholjagd auf 6:5 und 7:7. Die Partie blieb offen (10:10, 13:12). Dann wieder mal eine lange Rallye, die Julia Murmann zum 14:12 abschloss. Roos Wessels legte konsequent das 15:13 nach. Aber auch die Borkener beweisen Mumm und stellten mehrfach auf Remis (15:15 bis 19:19). Julia Murmann war erneut die „Go-to-Frau“ zum Ende hin: 22:19. Das 24:19 wurde nach Video-Challenge bestätigt. Und schließlich machte Roos Wessels in der Mitte den Sack zu. Ihr Jubelhüpfer war verständlich.
Vierter Satz: 25:23 (3:1)
Hier vermochte sich zunächst kein Team abzusetzen. Rachel Gomez stellte pfiffig auf 8:6. Rene Sain machte wieder einmal wieder den Adler im Sturzflug. Beide Mannschaften boten in dieser Phase zwei lange Rallyes, die den Fans mächtig Spaß bereiteten (11:9). Beim 11:10 hatte Paul Sens für 30 Sekunden Gesprächsbedarf. Die Skurios blieben davon unbeeindruckt und gingen galant in Front (11:15). Hallensprecher Kai Völker rief die Fans zum Stakkato auf! Die taten ihm den Gefallen, aber auf dem Parkett wollte derweil nichts so recht fruchten (14:18). Einen Wahnsinnsballwechsel entschied erneut der Gast für sich (16:19). Paul Sens forderte beim 16:20 einen Check, der keinen Erfolg brachte. Nach Aufschlagfehlern beider Mannschaften holte Roos Wessels das Service-Recht zurück (20:22) – Nervenkitzel in der Halle (22:23). Tolle Abwehraktionen, u.a. durch Rene Sain. Und dann musste der Ausgleich gecheckt werden ... der ging ok! Es folgte ein Satzball für den Gast. Aber Cayetana López-Rey bewies gute Nerven und ein gutes Auge: Ausgleich nach Treffer ins hinterste rechte Zentimeterchen. Und sie war es auch, die den vielumjubelten Matchball zum 3:1 verwandelte. Spürbares Aufatmen auf den Rängen, im Team und im Staff. Die Mannschaft kann sich nun erholen und neue Energie tanken. Am kommenden Samstag (19:00 Uhr) gilt es sich beim Aufsteiger zu behaupten: Mit den Roten Raben Vilsbiburg ist ein weiterer Traditionsclub endlich wieder im Erstliga-Oberhaus vertreten.
(Text: Sabine Ursel)
STATEMENTS
Paul Sens: „Das war ein enorm wichtiger Arbeitssieg. Borken hat es gut gemacht. Man hat gemerkt, dass wir nach den anstrengenden Partien gegen den USC Münster und die Ladies in Black Aachen Kräfte gelassen haben. Jetzt können wir uns nach der Englischen Woche mit stringentem Trainingsrhythmus neu justieren.“
Rene Sain: „Wir haben jetzt drei Spiele absolviert und wissen nun besser, wo wir stehen. Nach dem Match gegen Aachen, wo vieles geklappt hat, war es heute nicht leicht. Wir hatten ja die Favoritenrolle und wollten unseren Fans wieder ein Fest liefern. Spannend war es jedenfalls. Jetzt tanken wir erstmal neue Energie.“
VCW-Kader 2026/27 + Punkte
Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 3 Punkte), Hanna Weinmann (nicht eingew.)
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 16), Julia Murmann (Kanada; 10),
Sara Pustahija (Serbien; 2)
Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine; 17), Jovana Dordević (nicht eingew.)
Mittelblock: Rachel Gomez (USA; 15), Roos Wessels (Niederlande; 10),
Kathi Breitenbach (nicht eingew.)
Libera: Rene Sain (Kroatien), Emma Burda
Doppelspieltag:
VCW 2 – Pink Crew München: 3:2
Wiesbadens Nachwuchsteam war bis dato in der 2. Volleyball Bundesliga Süd ungeschlagen (zwei 3:0-Siege) – und blieb es auch nach dem Match gegen die Pink Crew München. 409 Zuschauer sahen eine spannende Partie, die erst nach fünf Sätzen gegen 22:40 Uhr entschieden war.
Die in schwarzen Trikots aufgelaufenen Bayerinnen kam im ersten Satz bemerkenswert gut ins Spiel und ließen gegen den VCW nicht viel anbrennen (2:6, 3:9, 6:16 aus Wiesbadener Sicht). Beim 8:18 (Münchner Ass) rief VCW-Cheftrainerin Michala „Misa“ Frank ihre Mädels zur zweiten Auszeit an die Seitenlinie. Die Gäste machten munter weiter (12:21, 15:23), u.a. mit krachenden Blockpunkten Der Wiesbadener Block konnte den ersten von sieben Satzbällen abwehren, aber dann war die Sache erledigt – der Gast aus dem Süden hatte beim 25:17 eine reife Performance geliefert. Im zweiten Abschnitt waren nun die VCW-Athletinnen viel besser „in Schuss“: 4:0, 12:8, 16:9, 20:14 ... die Angriffslösungen waren cleverer und präziser, der Block stand besser „im Wind“. Der VCW hatte sich den Ausgleich zum 1:1 redlich verdient (25:15).
Das dritte Kapitel war ausgeglichener, dennoch lief der VCW lange der bayrischen Führung hinterher (6:9, 14:18). Die Frank-Truppe gab aber nicht auf und robbte sich mutig heran. Der Lohn: 19:19, 20:20, 21:21 ... und dann war das Momentum gedreht: 22:21, 23:21! VCW-Diagonale Kea Dargel sorgte dann für zwei Satzbälle, von denen der erste abgewehrt wurde. Und der zweite auch (24:24, dann 25:25). Noch war es nicht vorbei (27:27). Schließlich war es Wiesbadens schwedische Außenangreiferin Ebba Welander, die auch diesen Satzgewinn unter Dach und Fach brachte. Tolle mentale Leistung der jungen Truppe (2:1)!
Es folgte ein spannender vierter Satz, in dem sich anfangs keiner merklich abzusetzen vermochte. VCW-Außenangreiferin Jana Lebedev stellte auf 10:10, Ebba Welander auf 15:15. Die Münchnerinnen agierten nun aber konsequenter, während den Wiesbadenerinnen die zündenden Ideen ausgingen. Nach dem 19:25 (2:2) musste man in den Tiebreak. VCW-Außenangreiferin Christina Varela besorgte das 3:2 für den VCW, der nun konzentriert und entschlossen agierte (9:3, 11:6, 13:7). Kea Dargel sorgte für sieben Matchbälle. Und dann stand der 3:2-Sieg der Hausherrinnen fest (15:8)! Darauf lässt sich weiter aufbauen!
Gold-MVP wurde VCW-Zuspielerin Pauline Bietau, Silber ging an Münchens Libera Carina Draht. Erfolgreichste Punktesammlerinnen: Kea Dargel (25), Jana Lebedev (18) und Ebba Welander (16). Misa Frank zollte den erfahrenen Münchnerinnen Respekt: „Sie haben uns ans Limit gebracht. Aber wir haben super gefightet und freuen uns riesig über die zwei Punkte.“
Im Gegensatz zu den Profis hat der VCW 2 nun zwei Wochen Spielpause. Am 31.10.2026 reist die Nachwuchsmannschaft nach Thüringen, um bei den SG Erfurt electronics die Erfolgsserie fortzuschreiben (19:30 Uhr; Sporthalle Pierre de Coubertin-Gymnasium an der Mozartallee).
(Text: Sabine Ursel)
TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen
24.10.2026 (Samstag)
19:00 Uhr: Rote Raben Vilsbiburg – VCW
Vilsbiburg, Ballsporthalle
28.10.2026 (Mittwoch)
19:30 Uhr: VCW – ETV Hamburger Volksbank Volleys
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
31.10.2026 (Samstag)
19:00 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena
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