3:2! VCW entert das Raben-Nest
Das ging ganz schön an die Nerven 😉. Der VC Wiesbaden hat am Samstagabend sein Auswärtsspiel in der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen beim Aufsteiger Rote Raben Vilsbiburg unnötig spannend gestaltet. Nach einer Achterbahnfahrt mit zwei dominant ausgespielten Sätzen und zwei hergeschenkten war das Finale im fünften Satz dann wieder eine echte Machtdemonstration (25:11, 21:25, 25:10, 23:25, 15:4). Das 3:2 bedeutete den dritten Sieg in Folge und zwei Punkte für die Tabelle. Schon vier Tage später geht es weiter: Am Mittwoch (28.10.2026; 19:30) kommen die ETV Hamburger Volksbank Volleys in die Wiesbadener Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit.
Wenn es den VCW-Damen gelingt, ihren Aggressionslevel auf dem Platz konstant hochzuhalten, dann scheint dagegen kaum ein Kraut gewachsen. Die Punktausbeute beim 3:2-Sieg spricht eine deutliche Sprache: Von 87 Punkten (60 auf Raben-Seite) gingen satte 31 auf das Konto von VCW-Diagonale Marharyta Geiko (54% Angriffsquote). Dass die 20-Jährige nach dieser Performance die goldene MVP-Medaille zugesprochen bekam, dürfte keinen der 892 Zuschauer in der Ballsporthalle und keinen im Stream bei Dyn überrascht haben. Silber ging an Vilsbiburgs portugiesische Mittelblockerin Amanda Cavalcanti (12 Punkte, 38%). Das Match bot attraktive Ballwechsel, darunter einige sehr hohe, weil die Konstruktion der Halle das zulässt. Der VCW schaffte 19 Blockpunkte (11 bei den Raben). Und Mittelblockerin Roos Wessels bestätigte ihre tolle Form mit 15 Punkten. Vilsbiburg wies dagegen die bessere Annahmequote auf.
VCW-Chefcoach Paul Sens und seine Co-Trainer Jochen Schöps und Marcos Fernández analysierten schon auf der Rückfahrt, wie sich an der Konstanz ihrer Mannschaft auf dem Parkett arbeiten lässt. Die Wiesbadener Fans können sich jedenfalls auf ein erneutes Feuerwerk in der eigenen Arena gefasst machen ...
Die Story zum Spiel
Erster Satz: 1:0 (25:11)
Furioser Beginn: Der VCW ging mit stringent vorgetragenen Angriffslösungen mit 4:1 und 10:2 in Front. Keine langen Ballwechsel, kein langes Fackeln, alles hatte Hand und Fuß. Die Raben bekamen keine Sicherheit ins System und wurden mehrfach geblockt (17:8). Auch die hessische Feldabwehr hatte Beton angerührt (22:11). Ein deftiger VCW-Block durch Rachel Gomez sorgte schließlich für 13 Satzbälle – und gleich der erste saß, weil die Raben das Feld nicht trafen. Marharyta Geiko war zu diesem Zeitpunkt mit 7 Punkten dabei ...
Zweiter Satz: 1:1 (21:25)
Julia Murmann sorgte mit dem ersten Wiesbadener Ass für das 3:1. Beim 6:2 und 9:3 ballte Chefcoach Paul Sens die Faust ... „Yesss“. Bis dahin hatten schon zwei Video-Challenges die Rechtmäßigkeit von VCW-Punkten bestätigt. Ab dem 12:5 bekamen sich die Niederbayerinnen dann aber besser in den Griff; der VCW ließ sie unfreiwillig auf 15:14 herankommen. Jetzt wurde es eng. Marharyta Geiko scheiterte zweimal am Block – damit war der Ausgleich da (16:16). Paul Sens hatte dringenden Redebedarf angesichts der gegnerischen Aufholjagd. Die ging indes weiter: 16:17, 19:20. Die Hessinnen blieben nur mit Mühe dran und ließen dann sogar das 20:23 zu ... Dieser Raben-Punkt wurde zur Überprüfung eingereicht ... angenommen! Und weil Cayetana López-Rey im entscheidenden Moment ins Aus zielte, stand es nun 1:1 nach Sätzen. Der VCW hatte sich nach Energieverlust das Heft aus der Hand nehmen lassen. Diagonale Geiko lag nun bei 14 Punkten ...
Dritter Satz: 2:1 (25:10)
Wie in den beiden Sätzen zuvor begann der VCW konzentriert (6:2 durch Sanne Konijnenberg). Nun holte Raben-Chefcoach Guillermo Gallardo die Seinen für 30 Sekunden an die Seitenlinie. Paul Sens brachte Sara Pustahija für Cayetana López-Rey. Die Wiesbadenerinnen bauten den Vorsprung sukzessive aus: 13:6, 16:6, ein kurioser Punkt von Rachel Gomez zum 18:8 und ein schöner Einerblock in der Mitte von Sanne Konijnenberg (23:10). Ein Annahmefehler von Vilsbiburgs Libera Sarah Stiriz bescherte dem Gast am Ende dieses Kapitels die 2:1-Satzführung. Marharyta Geiko hatte die 20-Punkte-Marke geknackt ...
Vierter Satz: 2:2 (23:25)
Julia Murmann zweites Ass bedeutete das 2:2. Aber so leicht wie zuvor ging es nicht weiter (9:11). Roos Wessels setzte sich zweimal in der Mitte durch. Der VCW ging spät in Führung (14:13) und stellte nach einem langen Ballwechsel auf 17:14. Aber nun spreizten die Raben nochmal ihre Flügel! Lohn des Aufbäumens war der mehrfache Ausgleich (18:18 bis 23:23) bei wechselnden Führungen. Die kurzzeitig eingewechselte VCW-Diagonale Jovana Dordević setzte dann aber unter hohem Druck ihren Aufschlag ins Aus – und damit musste der VCW in den fünften Satz und die Roten Raben Vilsbiburg durften es! Geiko-Statistik: 28 Punkte ...
Fünfter Satz: 3:2 (15:4)
Guillermo Gallardo ließ gleich das 0:1 challengen ... Einwand vergeblich. Beim 0:3 aus seiner Sicht nahm er vorbeugend eine Auszeit. Es folgten weitere tolle Spielzüge des VCW, die Roos Wessels dreimal in Folge veredelte. Die hessischen Mädels behielten ihre Nerven aus Stahl. Beim 7:1 wurden die Seiten gewechselt. Roos Wessels blockte zum 9:1. Die Niederbayerinnen bekamen einfach keinen Zugriff mehr (12:1). Vilsbiburg gelangen nur noch drei Heimpunkte an diesem Abend ... und als wenig später der Raben-Block vom VCW angeschlagen wurde, war das Match nach 102 Minuten beendet. Wiesbaden hatte sich nach volatiler Performance konsequent und tatkräftig aus zwischenzeitlicher Bedrohung befreit.
(Text: Sabine Ursel)
STATEMENTS
Paul Sens: „Wir sind gut ins Spiel gekommen und konnten uns deutlich absetzen. Im zweiten Abschnitt wurden fahrlässig Chancen liegengelassen. Im dritten haben wir Moral bewiesen und wenig Fehler gemacht. Dann kippte das Aufschlag- und Annahmeverhalten, und die Raben waren zur Stelle. Im fünften Satz haben wir das Ganze zu unseren Gunsten gedreht. Ausschlaggebend waren gute Blockarbeit, eine stabile Feldabwehr und kompromisslose, aggressive Lösungen im Angriff.“
Marharyta Geiko: „Das war ein emotionsgeladenes Match. Wir haben zeitweise auf hohem Level agiert, waren aber nicht konstant genug. Daran werden wir arbeiten. Ich freue mich sehr über den Sieg und natürlich über meine Leistung. Ich danke meinen Mitspielerinnen und Coaches.“
HINWEIS:
Das Spiel des VCW Wiesbaden gegen den Dresdner SC im Achtelfinale des zoi DVV-Pokals findet am 05.11.2026 (einem Donnerstag!) in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit statt. Anpfiff: 18:30 Uhr.
VCW-Kader 2026/27 + Punkte
Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 8 Punkte), Hanna Weinmann (nicht eingew.)
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 10), Julia Murmann (Kanada; 14),
Sara Pustahija (Serbien; 2)
Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine; 31), Jovana Dordević
Mittelblock: Rachel Gomez (USA; 6), Roos Wessels (Niederlande; 15),
Kathi Breitenbach
Libera: Rene Sain (Kroatien), Emma Burda
TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen
28.10.2026 (Mittwoch)
19:30 Uhr: VCW – ETV Hamburger Volksbank Volleys
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
31.10.2026 (Samstag)
19:00 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena
zoi DVV-Pokal-Achtelfinale
05.11.2026 (Donnerstag)
18:30 Uhr: VCW – Dresdner SC
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
15.11.2026 (Sonntag)
15:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
28.11.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: Dresdner SC – Dresdner SC
Dresden, Cyberport Arena
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