In Stuttgart wird’s jetzt richtig ernst
Der VC Wiesbaden rangiert nach vier Siegen in Folge bei einer vermeidbaren Niederlage zum Saisonbeginn derzeit mit 12 Punkten auf dem 4. Platz der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen – eine hoffnungsvolle Momentaufnahme, die man sich bei der Analyse des Anfangsprogramm auch durchaus so vorgestellt hatte. Aber nun kommen innerhalb eines Monats die „dicken Dinger“ auf die Damen von Chefcoach Paul Sens und die beiden Co-Trainer Jochen Schöps und Marcos Fernández zu. Am Samstag (31.10.2026; 19:00 Uhr) tritt die Mannschaft zunächst bei Allianz MTV Stuttgart an.
Es folgen hochkarätige Matches gegen weitere Titelaspiranten: Am Donnerstag (5.11.2026; 18:30 Uhr) geht es daheim gegen den Dresdner SC zunächst um den Einzug ins Viertelfinale des zoi DVV-Pokals. Am 15.11.2026 (Sonntag; 15:30 Uhr) kommt mit dem SSC Palmberg Schwerin der langjährige Arbeitgeber des Wiesbadener Chefcoaches in die Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit im Kampf um weitere Liga-Punkte. Und dann – frühes Wiedersehen macht hoffentlich Freude – steht am 28.11.2026 (17:15 Uhr) erneut eine Partie gegen Dresden auf der Agenda, dann in der dortigen großen Cyberport Arena. Ein deftiges Programm also, bei dem die VCW-Athletinnen auch mental stark gefordert sind.
Paul Sens: „Vier Siege bei fünf Spielen ist eine gute Bilanz, auch wenn wir den einen oder anderen Punkt verschenkt haben. Wir sammeln schließlich noch Erfahrungen. Ich bin aber auch damit zufrieden, wie wir uns aus zeitweiligen Tiefs herausgearbeitet haben. Aber nun kommen die knallharten Begegnungen mit Teams, die klarere Volleyball-Systeme mit taffer Block-Abwehr anbieten. Wir sind nicht mehr Favorit, können viel freier aufspielen und auch spezielle Aktionen starten. An solchen Matches werden wir wachsen. Das sind Gradmesser auf unserem Weg zum internationalen Niveau.“
Zur Bilanz der Allianz
Die Hessinnen holten sich am Mittwoch beim 3:0-Sieg gegen die ETV Hamburger Volksbank Volleys den letzten Schliff vor dem herausfordernden Auftritt in Baden-Württembergs Landeshauptstadt. Allianz MTV Stuttgart trat derweil beim USC Münster an. Nach dem verlorenen ersten Satz (21:25) fing sich die Mannschaft von Konstantin Bitter wieder und man spulte dann „den Rest“ erwartungsgemäß routiniert am Berg Fidel herunter. Nationalspielerin Pia Kästner wurde als Beste mit Gold geehrt – bereits die zweite MVP-Medaille der Zuspielerin in dieser „Farbe“.
Siege fuhren die Allianz-Damen zuvor auch gegen Dresden, Flacht, Erfurt und überraschend deutlich gegen Triple-Sieger Suhl ein (3:1). Das führte in Summe zu 15 Punkten und Platz 2 der Tabelle hinter den punkt- und satzgleichen Schwerinerinnen.
Konstantin Bitter und sein Team müssen unterdessen einen heftigen sportlichen Aderlass kompensieren. Libera Yurika Bamba (Japan) zog sich gerade eine Fußverletzung zu und wird in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen. Nach längerfristigen Ausfällen der Mittelblockerinnen und Nationalspielerinnen Luisa van Clewe (Schulter-OP) und Anna Koulberg (Belgien; schwere Knieverletzung) ist das Bamba-Dilemma bereits der dritte Rückschlag für den vierfachen Deutschen Meister (zuletzt 2024) und fünffachen Pokalsieger. Für die Mitte wurde mit Viktoriia Mostsitska eine 29-jährige Ukrainerin nachverpflichtet. Sie stand zuletzt beim aserbaidschanischen Erstligisten Murov Az Terminal unter Vertrag. Auf der Libera-Position soll sich die 23-jährige Schweizer Nationalspielerin Fabiana Mottis in den nächsten Wochen behaupten.
Am 25.11.2026 wird die Mannschaft dann auch international angreifen: Im CEV Volleyball Cup 2027 reist man zu KNRC Kaposvár, dem Vizemeister 2025/2026 der ungarischen Extraliga. Das Rückspiel steigt acht Tage später in der SCHARRena. Ob und wann sich Stuttgarts unfreiwilliger sportlicher Umbau des Mannschaftsgefüges auf die Perfomance auswirkt, ist zumindest derzeit noch nicht abzusehen. Der VCW will sich davon jedenfalls nicht beeinflussen lassen. Erfahrungsgemäß brennt auch bei einem Traditionsfavoriten eine vergleichsweise gut besetzte zweite Reihe auf mehr Einsatzminuten.
(Text: Sabine Ursel)
VCW-Kader für die Saison 2026/27
Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; Trikotnr. 11), Hanna Weinmann (6)
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 2), Julia Murmann (Kanada; 5),
Sara Pustahija (Serbien; 99)
Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine; 3), Jovana Dordević (8)
Mittelblock: Rachel Gomez (USA; 17), Roos Wessels (Niederlande; 4),
Kathi Breitenbach (7)
Libera: Rene Sain (Kroatien; 9), Emma Burda (10)
TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen
31.10.2026 (Samstag)
19:00 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena
zoi DVV-Pokal-Achtelfinale
05.11.2026 (Donnerstag)
18:30 Uhr: VCW – Dresdner SC
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
15.11.2026 (Sonntag)
15:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
28.11.2026 (Samstag)
17:15 Uhr: Dresdner SC – Dresdner SC
Dresden, Cyberport Arena
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