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VCW-Aus im Viertelfinale gegen Suhl

Die Saison 2025/2026 der 1. Volleyball Bundesliga Frauen ist beendet – zumindest für den Hauptrundensiebten VC Wiesbaden. Am Mittwochabend musste man im Playoff-Viertelfinale beim 0:3 die Überlegenheit des VfB Suhl Lotto Thüringen anerkennen.

Beim 14:25, 21:25 und 13:25 nach Sätzen konnte die Mannschaft von Interim-Coach Benedikt Frank und den Co’s Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout) nicht an die Leistung vom Sonntag anknüpfen; da hatte man dem Favoriten beim 1:3 noch einiges Kopfzerbrechen bereitet und sich dann zumindest eine kleine Chance auf weitere Satzgewinne in der heimischen Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit ausgerechnet. Um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen, wäre allerdings ein Sieg der Hessinnen nötig gewesen.

 

1.158 Zuschauer verabschiedeten ihre VCW-Athletinnen in die Saisonpause, während die Suhlerinnen mit ihren Fans den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft feierten. Wiesbadens Kapitänin Rene Sain, die ihr zweites Spiel nach ihrer langen Verletzungspause bestritt, griff im Namen des Teams ebenso zum Mikrofon, wie Christopher Fetting, der sich im Namen der VCW-Geschäftsführung bei den Fans für den tollen Support bei den elf Heimspielen bedankte. Sein herzlicher Dank ging auch an Mittelblockerin Laura Broekstra, die ihre Karriere beenden wird.

Die 29-jährige Laura Broekstra, die schon eine beeindruckende zweite Hauptrundenhälfte hingelegt hatte, wurde (unter anderem) in beiden Playoff-Begegnungen gegen Suhl als beste VCW-Spielerin mit der Silbermedaille ausgezeichnet (19 Punkte insgesamt). Gold ging am Mittwochabend wenig überraschend an die tschechische VfB-Diagonale Monika Brancuská (23 Punkte), die wieder einmal jede Menge Zielwasser getrunken hatte. Suhl Lotto Thüringen, Zoi DVV-Pokalsieger 2026, hatte in Wiesbadens „Wohnzimmer“ eine äußerst stabile Performance aufs Parkett gezaubert und war den hessischen Gastgeberinnen in allen Elementen überlegen. Da fielen auch zehn Aufschlagfehler (nur drei beim VCW) nicht weiter ins Gewicht. Der VCW hatte durchaus gute Momente, man riss die Fans bei manchen Abwehraktionen und den sechs Blockpunkten mit – 15 waren es indes beim Gegner.

Nach nur 63 Spielminuten hatte der Favorit aus Südthüringen seine Hausaufgaben gewissenhaft erledigt. Chefcoach László Hollósy sah eine sehr gute Leistung, die er sich wohl auch am vergangenen Sonntag vorgestellt hatte. Da hatten die Wiesbadenerinnen noch eine Menge Sand ins VfB-Getriebe zu kippen vermocht. Am Mittwochabend versandeten dann aber viele Versuche des VCW.

Die Story zum zweiten Playoff-Spiel

Erster Satz: 14:25 (0:1)

Eine erste lange Rallye gleich zu Beginn: Der VCW glich zum 2:2 nach Block aus und setzte beim 4:5 den Block erneut erfolgreich ein. Der Hessinnen blieben zunächst dran (Präzisionsarbeit durch Hannah Clayton zum 7:8), aber dann hatte sich die Suhler Angriffsreihe zusammengerauft. Die Gäste eilten nach einer Reihe mächtiger, gut platzierter Angriffsschläge davon (10:17). Das sah nach einem raschen Ende aus, dennoch wurde jeder VCW-Punkt frenetisch bejubelt. Beim 12:19 hatte der mit einer Body Cam für den Dyn-Live Stream ausgestatte Bene Frank Gesprächsbedarf mit dem Schiri. Jimena Fernández Gayoso schaffte das erste VCW-Ass (14:20), setzte ihren folgenden Aufschlag aber ins Aus. Eine missglückte Abwehr bescherte den Suhlerinnen zehn Machtbälle – Sanaa Dotson ließ sich nicht lange bitten ... der Satz war nach 19 Minuten zu.


Zweiter Satz: 21:25 (0:2)

Wiesbaden heftete sich emsig an die Fersen der Gegnerinnen (3:5, 8:10, 11:12). Als ein erneuter VCW-Block den Ausgleich brachte (12:12), erzählte László Hollósy seinen Damen entsprechende Takte an der Seitenlinie. Das beantworteten die Gastgeberinnen mit ihrer ersten Führung im Spiel (13:12), und wieder war es der Block. Cayetana López Rey und Hannah Clayton glichen aus (16:16, 17:17) – das Match war inzwischen spannend und unterhaltsam. Beim 18:20 nahm Bene Frank die Seinen kurz aus dem Spiel. Mit Erfolg: Laura Broekstras Block brachte das 19:20. Suhls Außenangreiferin Mackenzie Foley war sichtlich erleichtert, als sie ihrem Team nach langer Rallye wieder einen komfortableren Vorsprung verschaffen konnte (19:22). Und dann war es wieder ein VCW-Missverständnis, das den Wölfinnen Satzbälle brachte. Zwei von fünf wurden abgewehrt, dann setzte Monika Brancuská den Schlusspunkt.

Dritter Satz: 13:25 (0:3)

Beim 2:5 justierte Bene Frank bereits kurzzeitig nach. Und nach schöner Rallye war das Glück mal wieder auf Suhler Seite (5:10). Diese baute nun ihren Vorsprung munter aus (9:14), während bei den Hessinnen nicht mehr viel passte (12:20). Der VfB ließ sich auch am Netz nicht mehr foppen. Die eingewechselte Jovana Dordević stellte noch auf 13:22 – das war der letzte Wiesbadener Zähler in dieser nunmehr beendeten Saison. Glückwunsch an Suhl für den hochverdienten Sieg und die beste Saison in der 35-jährigen Vereinsgeschichte.

Für die Wölfinnen geht es jetzt im Halbfinale weiter, ebenso wie für Allianz MTV Stuttgart (nach zwei Siegen gegen Schwarz-Weiß Erfurt) und für den Dresdner SC (nach zwei Siegen gegen den USC Münster). Zu einem dritten und entscheidenden Spiel treffen sich am kommenden Samstag der noch amtierende Meister SSC Palmberg Schwerin und die Ladies in Black Aachen wieder. Der neue Meister wird bis zum 2.5.2026 ermittelt.

(Text: Sabine Ursel)

STATEMENTS

Benedikt Frank: „Der Druck war heute extrem groß. Wir waren zeitweise übermotiviert und hätten mehr Geduld zeigen müssen. Im zweiten Satz gab es Chancen, die wir hätten nutzen müssen, um hier zumindest einen Satz zu holen. Insgesamt fehlte uns aber die nötige Balance. Suhl hat ein paar Sachen verändert und unfassbar stabil agiert.“

Laura Broekstra: „Wir sind einfach nicht so ins Spiel gekommen, wie wir uns das vorgenommen hatten. Das Suhler System war nicht zu brechen. Der Gegner war schlichtweg in allen Belangen besser. Glückwunsch an Suhl. Ich bin gespannt, wie es für den VfB weitergeht.“

VCW-Kader + Statistik

Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande), Hanna Weinmann –
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien; 6), Jovana Dordević (2), Dagmar Boom (Niederlande; 1), Pleun van der Pijl (Niederlande; nicht eingesetzt) – Mittelblock: Laura Broekstra (10), Hannah Clayton (USA; 7), Kathi Breitenbach (VCW 2; nicht eingesetzt) – Diagonal: Jimena Fernández Gayoso (Spanien; 6) – Libera: Rene Sain (Kroatien), Lilly Bietau (nicht eingesetzt);
Mittelblockerin Marlene Rieger war verletzt nicht vor Ort

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