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Viertelfinale: VCW reist nach Suhl

Playoff-Time im deutschen Volleyball-Oberhaus! Die Bilanz des VC Wiesbaden nach Abschluss der Hauptrunde der Saison 2025/2026 der 1. Volleyball Bundesliga Frauen: Aus acht Siegen und einem Satzverhältnis von 30:43 nach 20 Spielen haben sich 22 Punkte und damit der 7. Rang ergeben. Mit dem Einstieg in die Playoffs beginnt traditionell eine neue Zeitrechnung für die acht nun beteiligten Clubs. Auch wenn es in bestimmten Begegnungen kaum zu Riesenüberraschungen kommen dürfte (Beispiel: Der in der Liga nur einmal geschlagene Klassenprimus Allianz MTV Stuttgart trifft auf den Achten Schwarz-Weiß Erfurt), können und wollen sich alle Mannschaften noch einmal beweisen. So auch der VC Wiesbaden, der in den zunächst zwei Begegnungen im Modus „Best of 3“ auf den Hauptrundenzweiten VfB Suhl Lotto Thüringen trifft.

Die VCW-Mannschaft von Interim-Coach Benedikt Frank und den Co’s Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout) hat dabei am kommenden Sonntag (22.3.2026, 16:30 Uhr) im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft zunächst auswärts in Südthüringen anzutreten, ehe man am Mittwoch darauf (25.3.2026, 19:00 Uhr) in der hessischen Landeshauptstadt von der Unterstützung der Heimfans profitieren will. Sollten dann beide Mannschaften je einmal gewonnen haben, kommt es zum Showdown ... dann allerdings wieder beim „Wolfsrudel“ in Suhl (29.3.2026, Sonntag; 16:30 Uhr).

Der „Mittelschicht“ entwachsen

Klar ist indes, dass dem VCW die Rolle des Underdogs zukommt. Der VfB Suhl Lotto Thüringen ist die Überraschungsmannschaft der Saison 2025/2026. Langzeitcoach László Hollósy (kam 2020 als energiegeladener Nachfolger von Mateusz Żarczyński zum VfB) und Teammanager Jens Haferkorn hatten ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders für die aktuelle Saison. Auch Außenangriffstalent Hannah Hartmann (20 Jahre), zuvor beim VCW weitergebildet, sollte fortan dazugehören. Ungar Hollósy hat es verstanden, seinen Spielerinnen eine gehörige Portion Selbstvertrauen mitzugeben. Und die zogen ihr Ding von Anfang an munter und konsequent durch. Aus einem Club, der jahrelang zur „guten Mittelschicht“ der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gehörte, war plötzlich ein Schwergewicht geworden, das das Etablierten bzw. Erfolgsverwöhnten bis heute arges Kopfzerbrechen bereitet. Zum Ende der Hauptrunde belegen die Wölfinnen Platz 2 mit einem Punkt Vorsprung (48) vor dem noch amtierenden Meister SSC Palmberg Schwerin.

Am 22.2.2026 hatte Suhl den Stuttgarterinnen (57 Punkte) die einzige Liga-Niederlage zugefügt (Tiebreak, 15:7) – und nur eine Woche später besiegte man den schwäbischen Favoriten erneut mit 3:2. Damit hatte sich der VfB Suhl Lotto Thüringen vor 12.000 Zuschauern in Mannheim den Titel „Zoi DVV-Pokalsieger 2025/2026“ gesichert. Der zweite dieser Art mittlerweile. Den ersten Pokaltriumph schaffte die unter dem Namen VfB 91 Suhl antretende und von Han Abbing trainierte Mannschaft im Jahr 2008 gegen NA. Hamburg. 8.000 Zuschauer waren damals ins Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen gekommen. Egal, wie es für die Suhlerinnen aktuell weitergeht: In Thüringen spricht man längst von „einer Bundesliga-Tabelle zum Einrahmen und einer für die VfB-Geschichtsbücher“.

Rückblick + Personalien

Beim VC Wiesbaden weiß man sehr genau, woran zu arbeiten ist, um Chancen zu kreieren und diese dann auch nutzen zu können. Die beiden Liga-Spiele gingen zwar verloren. Aber: Für die Hessinnen wäre beim 1:3 in Suhl nach guter Performance durchaus ein Punkt drin gewesen, wenn sie sich den knappen dritten Abschnitt geschnappt hätten (23:25). Und beim Heimspiel in Wiesbaden (0:3) fehlte nach famosem Start (24:26) der Mut, um lange zurückliegenden Suhlerinnen ein Schnippchen schlagen zu können. Die VfB-„Lebensversicherung“ Monika Brancuská machte wenig überraschend mal wieder den Unterschied – die tschechische Diagonale schaffte in diesen beiden Spielen satte 47 Punkte, u.a. flankiert von einer sehr präsenten Außenangreiferin Mackenzie Foley (USA).

Nach dem Hauptrundenende stehen für die erst 21-jährige Monika Brancuská sechs goldene MVP-Medaillen in der Statistik. Wiesbadens spanische Diagonale Jimena Fernández Gayoso kann immerhin auf vier Goldene verweisen. Mit Brancuská und Außenangreiferin Foley rangieren zwei Wölfinnen an erster und vierter Stelle des Top-Scorer-Rankings (alle Spielelemente) aller elf Mannschaften. Beste Wiesbadenerinnen in dieser Kategorie sind Jimena Fernández Gayoso (11.) und Mittelblockerin Laura Broekstra (15.).

Beim VCW ist Libera Rene Sain unterdessen auf gutem Weg der Erholung. Die 28-jährige kroatische Nationalspielerin hatte sich Mitte Januar im Spiel gegen die Ladies in Black Aachen einen Muskelfaserriss im Gesäßmuskel zugezogen. Ob die Kapitänin schon am Sonntag einsatzbereit sein wird, entscheidet sich kurzfristig. Interessant: Rene Sain hat es bis zu ihrem Ausfall auf vier MVP-Medaillen gebracht, darunter eine goldene) – und sie rangiert beim Liga-Ranking „Annahmeeffizienz“ noch immer auf einem respektablen 5. Platz.

(Text: Sabine Ursel)

STATEMENTS

VCW-Chefcoach Benedikt Frank: „Diese dritte Saisonphase ist für alle Teams auch körperlich eine Herausforderung. Aber alle freuen sich sehr darauf, nochmal mit dem Ziel Halbfinale vor Augen Gas zu geben. Wir denken schon auch zurück: In unserem letzten Spiel gegen Suhl haben wir im ersten Satz 24:21 geführt und das dann leider nicht zugemacht. Das zeigt uns aber auch, dass wir durchaus mithalten können, wenn wir bei uns bleiben. Suhl ist im Übrigen danach Pokalsieger geworden. Wir treffen auf eine unfassbar starke Mannschaft, die man gleich drei- bis vierfach brechen muss. Dazu brauchen wir sehr viel Mut, eine klasse Präsentation mit überraschenden Lösungen, 110 Prozent Einsatz und begeisterndem Teamspirit. Ideen haben wir jedenfalls dafür.“

Jimena Fernández Gayoso: „Ich bin positiv gestimmt. Wir haben uns bisher gut vorbereitet. Playoff bedeutet immer auch die Chance für Überraschungen. Wir gehen, wie Suhl auch, mit einem Liga-Sieg im Rücken ins kommende Spiel. Aber nach Hamburg müssen wir uns auf einen komplett anderen Spielstil einzustellen, der uns in den nächsten beiden Partien auf hohem Niveau fordert. Wir wissen sehr wohl um die Gefahren, die von der Suhler Angriffsreihe ausgeht und wollen den Gegner zum Beispiel mit starken Aufschlägen direkt unter Druck setzen.“


TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen

Playoff – Viertelfinale (der Deutsche Meister wird bis zum 2.5.2026 ermittelt)

22.3.2026 (Sonntag), 16:30 Uhr
VfB Suhl Lotto Thüringen – VC Wiesbaden
Suhl, Wolfsgrube

Rückspiel
25.3.2026 (Mittwoch), 19:00 Uhr
VC Wiesbaden – VfB Suhl Lotto Thüringen
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit

Ggf. Entscheidungsspiel
29.3.2026 (Sonntag), 16:30 Uhr
VfB Suhl Lotto Thüringen – VC Wiesbaden
Suhl, Wolfsgrube

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