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„Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung.“

In der vergangenen Saison stand sie noch für die zweite Mannschaft des VC Wiesbaden in der 2. Bundesliga-Süd am Netz. Ab der kommenden Saison spielt sie für die erste Mannschaft des VC Wiesbaden im Volleyball-Oberhaus zu: Pauline Schultz. Im großen VCW-Interview spricht sie über den plötzlichen Saisonabbruch im Frühjahr, den Weg zum neuen Vertrag und über ihre Ziele in der kommenden Spielzeit.

1) Hallo Pauline, starten wir mit der wichtigsten Frage: Bist Du gesund? 

Ja, ich bin gesund. Gesund und munter.

2) Wie hast Du den abrupten Abbruch der Saison und die Zeit des „Lockdows“ verkraftet? 

Der Saisonabbruch kam für mich, wie vermutlich für alle von uns, sehr überraschend. Noch am Sonntag zuvor haben wir Zuhause ein gutes Spiel gegen Neuwied hingelegt. In den folgenden Tagen wurde die Unsicherheit dann aber immer größer, ob und unter welchen Umständen das Spiel am kommenden Wochenende in Vilsbiburg noch stattfinden würde. Zunächst ging es um Formalitäten, wie „den Schiedsrichtern und gegnerischen Spielerinnen nicht die Hand geben“, dann kam es jedoch bereits zu den ersten Spielabsagen in den zweiten Ligen. Am Donnerstag dieser Woche kam dann endgültig die Info, dass der gesamte Spielbetrieb eingestellt wird. Wir haben uns als Mannschaft noch ein letztes Mal zur Trainingszeit in der Halle treffen können, bevor dann auch die Sporthallen gesperrt und somit der Trainingsbetrieb eingestellt werden musste. 

Seitdem habe ich die meisten meiner ehemaligen Teamkolleginnen nicht mehr gesehen, was ich sehr schade finde. Wir konnten weder die gute Saison zusammen ausklingen lassen noch hatte ich die Gelegenheit mich von allen zu verabschieden. Die Zeit danach war sehr komisch und befremdlich. Alles, was zuvor zum normalen Alltag gehört hatte, war auf einmal eine Illusion. Es ist jetzt zwar alles irgendwie anders, aber auch an so eine neue Situation kann man sich gewöhnen. 

3) Die Saison, die für Euch fünf Spiele vor dem regulären Ende abgebrochen wurde, habt ihr auf dem siebten Platz beendet? Ihr könnt äußerst zufrieden mit diesem Resultat sein, oder?

Ich finde, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickelt haben, was sich auch auf unser Spiel ausgewirkt hat. Am Ende ist es natürlich sehr schade, dass wir unseren finalen Tabellenplatz nicht noch endgültig ausspielen konnten und die Saison mit drei Niederlagen beenden mussten. Wir haben uns im Vergleich zu letzter Saison sehr gesteigert und es wäre noch schöner gewesen, wenn wir uns mit dem ein oder anderen Sieg am Ende einer solch guten Saison belohnt hätten und uns mit einem guten Gefühl in die Pause verabschieden. Ich bin aber zufrieden mit diesem Ergebnis und weiß für mich, dass die letzten Spiele nicht den guten Saisonverlauf widerspiegeln.     

4) Was hat besser geklappt als in der vorigen Saison, in der ihr am Ende den 10. Platz innehattet?

Zunächst muss man da bedenken, dass wir in die letzte Saison als Aufsteiger gestartet sind und alle frisch zusammengewürfelt waren. Für viele waren es die ersten Erfahrungen in der zweiten Bundesliga. Das merkt man natürlich über einen langen Saisonverlauf hinweg. In der zweiten Saison kannten wir uns alle dann besser, jeder wusste um die Stärken und Schwächen der anderen. Darauf lässt sich das Spiel viel besser aufbauen. Und individuell haben sich auch alle weiterentwickelt. Bei einem so jungen Team braucht es ein bisschen, bis alle auf dem Niveau angekommen sind, das in der Liga gespielt wird. Und das haben wir als Team in der zweiten Saison geschafft. 

5) Nun hast Du den Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft geschafft? Wie fühlt sich das an. Bist Du am Ziel Deiner Träume? 

Mit dem Sprung in die erste Mannschaft geht definitiv ein Lebenstraum in Erfüllung. Ich bin immer noch sehr aufgeregt. Vieles hat sich jetzt für mich verändert und ich freue mich nach wie vor riesig, so eine Chance zu bekommen. Es macht mir großen Spaß, in den Bundesligabetrieb reinzuwachsen und zu erleben, wie sich mein Alltag entwickelt. Noch ist es aufgrund der aktuellen Situation hier und da ein bisschen anders und schwieriger als gewohnt. Wir arrangieren uns aber alle gut damit und ich versuche meinen persönlichen Rhythmus zu finden. 

6) Wie kam der Karriereschritt eigentlich zustande? 

Der Wechsel in die erste Mannschaft kam für mich sehr überraschend. Irgendwann in diesem ganzen Lockdown-Chaos hatte ich auf einmal eine Nachricht von Christian auf meinem Handy. Er würde mich gerne einmal anrufen. Nach diesem Telefonat hatte ich schließlich das Angebot, nächste Saison in der Ersten Mannschaft zuzuspielen. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit hatte ich ihn wie besprochen zurückgerufen und meine Zusage gegeben. Natürlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt jede Menge Fragen, die ich bei unserem zweiten Telefonat loswerden konnte. Von da an ging alles ziemlich schnell. Nur wenige Tage später klärte ich bereits mit Karen Zentgraf meine Trainingspläne für die kommenden Wochen, in denen wir noch nicht in die Halle durften und besprach mit Christopher Fetting und Simona Kosova alle organisatorischen Fragen. Über ein Zoom-Meeting habe ich auch mein neues Team das erste Mal bei einer kurzen Mannschaftssitzung gesehen. Meinen Vertrag unterschieb ich schließlich am 28. April und kann es manchmal immer noch nicht glauben. Das waren sehr aufregende Wochen.  

7) Was sind Deine persönlichen Ziele für die kommende Spielzeit?

Meine persönlichen Ziele sind vor allem, mich so schnell wie möglich an den Bundesligaalltag zu gewöhnen und an das athletische sowie spielerische Niveau heranzuarbeiten. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, den Profisport kennenzulernen und mich insgesamt weiterentwickeln. Diese tolle Chance bietet viele neue Erfahrungen, auf die ich mich sehr freue.

8) Wie läuft momentan der Trainingsalltag ab? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Die letzten Wochen lief der Trainingsalltag so ab, dass wir in zwei feste 4er-Gruppen aufgeteilt wurden, in denen wir zweimal die Woche am Ball und einmal mit Karen Zentgraf an unserer Athletik arbeiten durften. Mit einem Trainer pro Gruppe waren wir also insgesamt zu fünft, was der Maximalanzahl an Beteiligten entsprach. Neben dem Balltraining hatten wir noch zwei feste Trainingstermine pro Person, an denen wir zu zweit, in festen Paaren, unsere individuellen Kraftpläne im Kraftraum der Halle absolvierten. Seit letzter Woche dürfen wir für unser Krafttraining auch wieder ins David Fitness - Halle 46 gehen. Jetzt warten wir nur noch darauf, endlich wieder als Mannschaft zusammen am Ball trainieren zu dürfen. Ich freue mich schon, die Mädels aus der anderen Gruppe kennenzulernen. 

Vielen Dank für das Gespräch! 
Das Interview führte Silas Gottwald.

Anmerkung :  Trotz der Lockerungen des Landes Hessen, wodurch seit 11. Juni wieder Gruppen bis zu zehn Athletinnen trainieren dürfen, wurde diese Lockerung im VCW-Hygienekonzept, sowohl zur Umsetzung der Hygieneforderungen, als auch zum Schutz der Atheletinnen, vorerst nicht direkt umgesetzt. Die Mannschaften des VCW trainierten vorerst in Kleingruppen weiter und werden voraussichtlich ab Juli mit bis zu 10 Athletinnen trainieren. 

DVV-Pokal-Achtelfinale: Der VC Wiesbaden trifft auf Suhl

Das Los hat entschieden: Die Volleyballerinnen des VC Wiesbaden reisen im Achtelfinale des DVV-Pokals der Saison 2020/2021 zum VfB Suhl Lotto Thüringen. Dies ergab die heutige Auslosung im VBL-Center in Berlin. Die Achtelfinalpartien sollen planmäßig am 7. und 8. November 2020 stattfinden.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in dieser Saison nur die elf Teams der 1. Volleyball Bundesliga startberechtigt, wodurch sich der Modus einmalig ändert: vier Teams (Dresden, Stuttgart, Schwerin, Potsdam) sind bereits für das Viertelfinale gesetzt. Erfurt hat bei der Auslosung ein Freilos erhalten und ist ebenfalls bereits im Viertelfinale. Damit ergeben sich aus den restlichen sechs Teams folgende drei Achtelfinal-Partien: 

Nawaro Straubing vs. Ladies in Black Aachen, 

USC Münster vs. Rote Raben Vilsbiburg und

VfB Suhl Lotto Thüringen vs. VC Wiesbaden.

Da bereits sowohl der Spielbaum als auch die Heimspielrechte für alle Partien ausgelost wurden, steht bereits fest, dass der Sieger aus der Partie Suhl vs. Wiesbaden im Viertelfinale zu Hause auf den amtierenden Pokalsieger Dresdner SC trifft. Sollte es der VCW bis ins Halbfinale schaffen würde man hier auswärts auf den Sieger aus der Partie Schwerin gegen Straubing oder Aachen treffen. 

VCW-Cheftrainer Christian Sossenheimer zeigt sich nach der Auslosung positiv gestimmt: „Auch wenn wir gerne ein Heimspiel gehabt hätten, können wir mit dem Los zufrieden sein. Suhl ist ein attraktiver Gegner, mit dem wir in den letzten Jahren stets spannende Duelle hatten. Eine zusätzliche Motivation ist natürlich das sichere Heimspiel gegen den amtierenden Pokalsieger Dresden, sollten wir ins Viertelfinale einziehen.“

Die Termine der einzelnen Runden in der Übersicht: 

Achtelfinale: 7. – 8. November 2020 

Viertelfinale: 25. – 26. November 2020 

Halbfinale: 16. – 17. Dezember 2020

Finale: 20. Februar 2021 (SAP-Arena, Mannheim) 

Nachruf: VCW trauert um den Gründungsvorsitzenden Rigoberth Falk

Falk rigoberth swMinisterialrat a.D. Rigobert Falk ist am 27. Mai 2020,
im Alter von 81 Jahren, verstorben. 

Er war in den Jahren 1977 bis 1983 der 1.Vorsitzende des VC Wiesbaden, somit der Gründungsvorsitzende des VCW.
Zusammen mit dem ersten Geschäftsführer Stefan Wolfermann führte der Ur-Dotzheimer unseren Verein, in der naturgemäß turbulenten und schwierigen Gründungszeit sehr erfolgreich.

Die Klärung der Vereinsorganisation, Übergangsregelungen, Besorgung von Hallenzeiten, Spielmaterial und Ausrüstung, all das ist in einem neu gegründeten Verein eine besondere Herausforderung. Trotz kleinem Etat konnten die Anfangsprobleme gemeistert werden und es folgten tolle sportliche Erfolge. Gleich in der 1. Saison stiegen die 1. Herren des VCW in die 2. Bundesliga auf, die Mannschaft Damen 1 konnte die Klasse in der damaligen 1. Bundesliga halten. Unsere Damen 2 spielte in den Folgejahren zwischen Regional- und Oberliga. Damit etablierte sich der VCW recht schnell, er war mit seinen beiden ersten Teams - kombiniert betrachtet – über Jahre hinweg der Verein mit den höchstklassigen Mannschaften im gesamten deutschen Volleyball. Höhepunkt war in der Amtszeit von Rigobert Falk wohl die Saison 1979/80, in der die Damen 1 Vierter in der 1. Bundesliga wurde, und unsere Herren 1 lange um den Aufstieg in die 1.Bundesliga kämpften.

Rigoberth Falk hat mit seinem Engagement in diesen Jahren mitgeholfen, den Grundstein für die Entwicklung des VCW zu legen und sich damit um den Wiesbadener Volleyball mehr als verdient gemacht. Der VC Wiesbaden wird ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Seinen Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl!

Ruhe in Frieden!

Ashley Evans neue Zuspielerin beim VCW

Ashley Evans aus Cincinnati/Ohio (USA) komplettiert den Kader des 1. VC Wiesbaden für die kommende Spielzeit. Die 25-jährige Zuspielerin ist überzeugt, dass ihr neues Team von ihrer Fähigkeit profitieren wird, gegnerische Mannschaften gut zu analysieren.

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