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Signal gesetzt, aber drei Punkte für Suhl

1.597 Zuschauer waren am Valentinstag in die Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit gekommen, um den VC Wiesbaden im Spiel gegen den Tabellenzweiten VfB Suhl Lotto Thüringen wieder einmal lautstark anzufeuern – und klar: auch, um zu schauen, wie sich die Truppe nach 14 spielfreien und zuletzt aufgrund des Wechsels in der sportlichen Personalführung turbulentem Tagen schlagen würde. Nun, am Ende stand ein 0:3 (24:26, 19:25, 14:25) nach 76 Minuten auf der Anzeigetafel, aber zumindest der erste Satz war ein Ausrufezeichen.

Da zeigte die Mannschaft von Interims-Chefcoach Benedikt Frank nämlich, was gehen kann, wenn alle Kräfte gebündelt werden. Nach famosem Start und einer beachtlichen Energieleistung fehlte zum erfolgskritischen Ende hin erneut der Mut, um lange zurückliegenden Suhlerinnen ein Schnippchen zu schlagen. Die Südthüringerinnen schienen den Tabellensiebten anfangs unterschätzt zu haben; quasi in letzter Minute schnappte sich die clevere Truppe von Coach László Hollósy diesen Abschnitt dann aber doch noch. Schade aus Wiesbadener Perspektive, denn eine Belohnung hätte so gutgetan nach den bis dahin drei verlorenen Spielen in Folge. Auch im zweiten Satz lag der VCW mehrfach in Front und hielt bis zum 15:15 mit, bis sich die Gäste dann als deutlich handlungssicherer erwiesen. Die Leistungskurve der Gastgeberinnen zeigte bis zum Match-Ende nach unten. Es fehlte an Ideen und zunehmend auch an Power.

Personalien

Der Angriffsgewalt von Suhls Diagonale Monika Brancuská (21 Punkte) und Mackenzie Foley (Außenangriff, 18 Punkte) war an diesem frühen Abend erwartungsgemäß nicht beizukommen Letztere wurde als Beste mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet. Beim VCW durfte sich Mittelblockerin Laura Broekstra (10 Punkte) die silberne Variante abholen (wie schon im Spiel zuvor gegen die Binder Blaubären Flacht). Wiesbadens Außenangreiferin Pleun van der Pijl war angeschlagen und kam nur kurzzeitig zum Einsatz. Suhls finnische Nationalspielerin Roosa Laakkonen (Mittelblock) war mitgereist, aber nicht einsatzfähig. Positionskollegin Alina Nasin verletzte sich im zweiten Satz und musste im Rollstuhl das Feld verlassen.

Erstmals an der Seitenlinie war Wiesbadens neuer Co-Trainer Jochen Schöps.  Er ersetzt den langjährigen Co Christian Sossenheimer, der sich auf eigenen Wunsch zurückgezogen hat. Mit Einblendungen wurde an seine 15 Jahre beim VCW erinnert. Zugleich wurde die Neuverpflichtung von Paul Sens verkündet: Er ist derzeit noch als Co beim Meister SSC Palmberg Schwerin unter Vertrag und wird im Sommer als neuer Chefcoach als Nachfolger von Tigin Yağlioğlu zum VCW kommen (wir berichteten).

Das Match in Kurzform

(1) Der VCW startete gut in die Partie und präsentierte sich hellwach (5:2). Auch nach wiederholtem Ausgleich (5:5, 6:6) spielte man konzentriert weiter (beim 10:7 erste Auszeit Suhls, dann 11:9, 13:11). Der Favorit wirkte überrascht ob der Gegenwehr. Mit dem ersten Aufschlagfehler im Match schenkte Sanaa Dotson den Gastgeberinnen das 15:13. Wiesbaden schaffte bis zum 20:18 gleich mehrfach drei Punkte in Serie. Und dann sorgte Diagonale Jimena Fernández Gayoso für drei umjubelte Satzbälle (24:21) ... Aber jetzt kippte das Ganze! Suhl machte fünf Punkte in Serie (!) und hatte damit den Satz gewonnen. So recht verstehen konnte das auf hessischer Seite keiner, hatte man doch die meiste Zeit geführt.

(2) Und wie würden die Gastgeberinnen die Enttäuschung verkraften? Anfangs gut! Nach dem 0:2 zogen sie auf 10:6 davon. Auch der Drangphase der Suhlerinnen (10:10) wusste man zunächst adäquat zu begegnen (12:10). Dann beim 12:12 Stille in der Halle! Suhls Alina Nasin lag lange am Boden. VCW-Teamarzt Dr. Alex Meyer war für eine erste Begutachtung gefordert. Die Mittelblockerin wurde im Rollstuhl in die Hallenkatakomben geschoben. Das Spiel ging nach längerer Zeit weiter – währenddessen gab es auch auf der Tribüne eine Unpässlichkeit. Suhl ließ sich im Gegensatz zur Frank-Truppe nicht beirren und holte sich auch diesen Satz (19:25).

(3) Im dritten Kapitel hatte Suhl das Tor zum Auswärtssieg rasch weit aufgestoßen. Man nutzte man den dargebotenen freien Raum. Wiesbaden stand nicht mehr gut, Abwehr und Block wurden brüchiger und damit die Abstimmung aller Elemente. Ein Aufschlagfehler der Hessinnen führte zum 14:25 und damit zum 0:3. Der in dieser Saison so unerwartet starke VfB Suhl Lotto Thüringen hatte geliefert. Der VCW tritt am kommenden Samstag beim USC Münster an.

(Text: Sabine Ursel)

VCW-Kader + Statistik

Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 2), Hanna Weinmann (nicht eingesetzt) – Außenangriff: Pleun van der Pijl (Niederlande), Dagmar Boom (Niederlande; 4), Cayetana López Rey (Spanien; 6), Jovana Dordević – Mittelblock: Laura Broekstra (10), Hannah Clayton (USA; 8), Marlene Rieger (nicht eingesetzt)– Diagonal: Jimena Fernández Gayoso (Spanien; 10) – Libera: Lilly Bietau

STATEMENTS

Benedikt Frank: „Die Athletinnen haben wieder Reaktion gezeigt. In der Umstellung des Systems sind wir schon weit gekommen. Gegen einen starken Tabellenzweiten haben wir im ersten Satz eine große Chance gehabt und auch der zweite war gut. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Ich sehe das Ganze als positive Niederlage. Es gab natürlich mehrere Phasen. Der dritte Satz war wieder die alte Phase. Auch hier haben wir versucht, nicht aufzustecken, aber es fehlten die notwendigen Lösungen, auch weil wir körperlich abgebaut haben. Die Pausen waren im Übrigen für uns nicht förderlich. Es gilt jetzt, die Energie zu halten und daran zu arbeiten, die richtigen Aktionen auch in speziellen Momenten setzen zu können.“

Laura Broekstra: „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden, müssen aber in entscheidenden Situationen einfach entschlossener agieren und nicht zaghaft agieren. Man darf dann keine Angst haben, Fehler zu machen und muss Selbstbewusstsein ziehen aus den Dingen, die sich im Spiel bisher bewährt haben. Suhls Diagonale hätten wir besser ausbremsen müssen, aber sie ist nun einmal einer der Liga-Besten, und auch das Zuspiel des Gegners war gut. Wir haben im Block wenig Punkte gemacht, aber dennoch am Netz eigentlich nicht schlecht agiert, was beim Blick auf die Statistik oft unterschätzt wird. Ich bin aber verständlicherweise enttäuscht, weil wir uns auch hier mehr vorgenommen hatten.“

 

VCW 2 gegen Freisen: 3:1 (25:16, 22:25, 25:19, 25:18)

Anschluss an die Erstbundesliga-Partie maß sich das VCW-Nachwuchsteam in der 2. Volleyball Bundesliga Frauen Süd mit dem SSC Freisen vor 418 Fans. Den ersten Satz schnappte sich das gastgebende Team von Michala Frank mit 25:16 – den letzten Punkt hatte Außenangreiferin Lara Schumann besorgt. Im zweiten Abschnitt fanden dann die Saarländerinnen besser ins Spiel; der VCW lag mehrfach mit vier Punkten zurück (bis zum 17:21). Außenangreiferin Jana Lebedev sorgte kurzzeitig nochmal für Hoffnung (22:24), aber dann war dieser Satz futsch (22:25 = 1:1). Im dritten Abschnitt fanden nun wieder die Hessinnen die überzeugenderen Lösungen (18:14, 20:15). Dieses Mal war es Emma Färber, die im Block den Schlusspunkt zum 25:19 setzte (2:1). Im dritten Abschnitt schnappte Freisen zum Ende hin kurzzeitig nochmal Luft, aber dann war der Käs komplett gegessen – der VC Wiesbaden 2 hatte in der letzten Aktion des Spiels erfolgreich den Block angeschlagen – der Ball flog in hohem Bogen ins Aus (25:18 = 3:1). Außenangreiferin Jennifer Böhler wurde als Beste mit Gold geehrt; Silber ging an Freisens weißrussische Mittelblockerin Krystsina Bustamante-Lapko. Die junge Truppe ist auf gutem Pfad und hat nun fünf von sechs Spielen im neuen Jahr gewonnen (25 Punkte, 7. Platz). Nächstes Spiel ist das Derby in Bad Soden (33 Punkte, Dritter) am kommenden Sonntag (16:00 Uhr).

 

Termine, 1. Volleyball Bundesliga Frauen

21.2.2026 (Samstag)
19:30 Uhr: USC Münster – VCW
Münster, Sporthalle Berg Fidel

4.3.2026 (Mittwoch)
19:30 Uhr: Allianz MTV Stuttgart – VCW
Stuttgart, SCHARRena

7.3.2026 (Samstag)
18:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit

14.3.2026 (Samstag)
18:00 Uhr: ETV Hamburger Volksbank Volleys
Hamburg (Stadtteil Neugraben), CU Arena

In den anschließenden Playoffs (21.3. bis 2.5.2026) wird der Deutsche Meister ermittelt.  
 

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