In Stuttgart wäre mehr gegangen
Der VC Wiesbaden hatte sich vorgenommen, den Tabellenführer der 1. Volleyball Bundesliga Frauen gehörig zu ärgern. Und in der Tat gab man dem haushohen Favoriten Allianz MTV Stuttgart am Mittwochabend in der SCHARRena dann auch einiges zu denken. Zwar stand nach 70 Minuten ein vermeintlich standesgemäßes 0:3 (25:27, 17:25, 17:25) auf der Anzeigetafel, allerdings eines der besseren Sorte. Vor 1.856 Zuschauern verkaufte sich der VCW im Auswärtsspiel vor allem im ersten Satz teuer – die Belohnung blieb allerdings aus.
Die Gastgeberinnen waren anfangs noch nicht in ihrer Mitte, wohl auch eine Folge der zuvor zwei unerwarteten Niederlagen in Folge gegen den VfB Suhl Lotto Thüringen, der sich am Samstag sensationell den Zoi DVV-Pokalsieg mit 3:2 erkämpft hatte. Im drittletzten Liga-Spiel der Bundesligarückrunde nährten beide Mannschaften die Statistik mit vielen Flüchtigkeitsfehlern, geschehen insbesondere an der Aufschlaglinie. Das VCW-Team von Interim-Chefcoach Benedikt Frank und den Co-Trainern Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout) stellte die ungewohnt „dezent“ agierende Angriffsreihe der Schwäbinnen vor einige Probleme. Auch die Annahme des unangefochtenen Tabellenführers war an diesem Abend nicht wie gewohnt sattelfest. Die Hessinnen waren bei sich.
Stuttgarts Chefcoach Konstantin Bitter machte dann auch in der beginnenden Crunchtime des ersten Kapitels deutlich, was er von den Bemühungen seiner Damen hielt. Beim VCW sorgte die spät eingewechselte Pleun van der Pijl für frische Energie. Dagmar Boom und Jovana Dordević (die für die angeschlagene Diagonale Jimena Fernández Gayoso übernahm) sorgten ebenfalls noch für gute Momente. (Aufschlag-)Fehler sollten allerdings in einer kritischen Phase nicht auftreten, wenn man sich belohnen will. Und so war es dann am Ende Stuttgarts Kapitänin Toni Stautz, die den ersten Satz für ihr Team glücklich nach Hause brachte (25:27). Am Ende des Matches hatte sie 13 Punkte beigesteuert.
Die Gastgeberinnen traten nun im weiteren Verlauf kompakter auf, und lange sah es im zweiten Satz aus, als könne man die Wiesbadenerinnen locker abschütteln (6:11, 8:15 aus VCW-Sicht). Benedikt Frank wechselte auf der Zuspielposition (für Sanne Konijnenberg kam Hanna Weinmann), um neue Impulse zu setzen (11:19). Nach dem 13:22 legte sein Team einen Zwischenspurt ein, der dann aber mit einem Servicefehler sein Ende fand (17:25). Auch im letzten Kapitel stand Pleun van der Pijl im Fokus: Ihren satten Angriffspunkten standen Aufschlagfehler gegenüber. Den letzten Ball in diesem Spiel setzte der VCW schließlich mit einem zu weit geratenen Angriffsschlag ins Aus (17:25 = 0:3).
Fazit: Wiesbaden bot durchaus einige schöne Aktionen, die aus einer zumindest zeitweise gut gestaffelten Feldabwehr entstanden. Die Allianz auf der anderen Seite verrichtete ihre Hausaufgaben, ohne restlos zu überzeugen. Zwei Mittelblockerinnen erhielten die MVP-Medaillen: Anna Koulberg (Belgien; 12 Punkte) bekam Gold; Silber sicherte sich Laura Broekstra (5) – sie wurde bereits zum vierten Mal in Folge als beste VCW-Athletin ausgezeichnet.
(Text: Sabine Ursel)
STATEMENTS
Benedikt Frank: „Es war ein Spiel mit großen Chancen, die wir uns erarbeitet haben. Auch im zweiten und dritten Satz hätten wir durchaus noch zurückkommen können. Die Körpersprache hat mir gefallen. Wir haben es im Mittelblock und teilweise auch im Angriff gut gemacht. Aber alles in allem waren es dann doch zu viele Fehler gegen einen schweren Gegner.“
Laura Broekstra: „Wir haben im ersten Satz gut mitgehalten und unsere Chancen genutzt. Der Satzgewinn hätte uns gutgetan, um dann im weiteren Verlauf mehr Stabilität kreieren zu können. Am Ende fehlte die Beständigkeit. Wir richten unseren Blick jetzt umgehend auf Schwerin.“
VCW-Kader + Statistik
Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 2), Hanna Weinmann –
Außenangriff: Pleun van der Pijl (Niederlande; 10), Dagmar Boom (Niederlande; 6), Cayetana López Rey (Spanien; 3) – Mittelblock: Laura Broekstra (5), Hannah Clayton (USA; 4), Kathi Breitenbach (VCW 2; nicht eingesetzt) – Diagonal: Jovana Dordević (5), Jimena Fernández Gayoso (Spanien) – Libera: Lilly Bietau; nicht mitgefahren: Marlene Rieger (Mittelblock)
Der VCW hat sich nun in den kommenden zwei Tagen auf den nächsten schweren Brocken vorzubereiten. Am Samstag kommt mit dem SSC Palmberg Schwerin der amtierende Deutsche Meister in die Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit, ehe man dann auswärts bei den ETV Hamburger Volksbank Volleys die Rückrunde der Saison 2025/2026 abschließt. Unterdessen stehen die Termine der anschließenden Playoffs fest, in denen bis zum 2.5.2026 der Deutsche Meister ermittelt wird. Das VCW-Heimspiel der ersten Runde steigt am 25.3.2026 (Mittwoch, 19:00 Uhr) – Karten sind bereits erhältlich.
TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen
7.3.2026 (Samstag)
18:30 Uhr: VCW – SSC Palmberg Schwerin
Wiesbaden, Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit
14.3.2026 (Samstag)
18:00 Uhr: ETV Hamburger Volksbank Volleys
Hamburg (Stadtteil Neugraben), CU Arena
Playoffs
Hinspiel (VCW-Gegner offen): 21. oder 22.3.2026 (auswärts)
Rückspiel in Wiesbaden: 25.3.2026, 19:00 Uhr
Ggf. Entscheidungsspiel: 28. oder 29.3.2025 (auswärts)
VCW-Tickets + Preise, 1. Volleyball Bundesliga Frauen
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