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Satzgewinn gegen den Deutschen Meister

Emotionale Stunden in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit! Der VC Wiesbaden lieferte am Samstagabend eine wahrlich gute Partie gegen den SSC Palmberg Schwerin. Vor 1.783 begeisterten Zuschauern trotzte man dem Deutschen Meister immerhin einen Satz ab (1:3; 25:27, 19:25, 25:22, 13:25). Nach dem Spiel flossen jede Menge Tränen: Hallensprecher Tobias Radloff wurden mit Sprechchören verabschiedet.

95 Minuten lang wurden die Zuschauer sportlich aufs Beste unterhalten, sahen sie doch einen VCW, der dem haushohen Favoriten im Spiel der 1. Volleyball Bundesliga Frauen über weite Strecken hinweg auf Augenhöhe begegnete. Wie schon im Spiel zuvor gegen den Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart begannen die Hessinnen stark. Sie überraschten auch diesen Gegner, um sich dann erneut mit dem gleichen Ergebnis (25:27) im ersten Satz nicht belohnt zu haben. Wieder hatte die nötige Verve im erfolgskritischen Moment gefehlt. Dennoch: Das Team von Interim-Chefcoach Benedikt Frank und den Co‘s Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout) gab sich im weiteren Verlauf nie auf, kämpfte sich immer wieder heran, lag oft in Führung und behielt im dritten Satz die Nerven, als es darauf ankam. Das 25:22 war ein Saison-Highlight.

Der Deutsche Meister spielte erst ab der zweiten Hälfte im vierten Satz so, wie sich Chefcoach Felix Koslowski und sein „Noch-Co-Trainer“ Paul Sens (der in der kommenden Saison als Verantwortlicher in Wiesbaden agieren wird) sich das wohl vorgestellt haben dürften. Da hatte der VCW urplötzlich keine Gegenmittel mehr – weder in Annahme, Feldabwehr und Angriff wollte noch etwas gelingen. Die Hessinnen gingen dennoch hoch erhobenen Hauptes zum Abklatschen, hatten sie dem Gegner doch gehörig zugesetzt, der im Übrigen ohne die verletzten Leana Grozer (Außenangriff) und Britte Mayke Stuut (Mittelblock) angetreten war. Beim VCW fehlten Marlene Rieger (Mittelblock) und Jovana Dordević (Außenangriff/Diagonal).

Mittelblockerin Laura Broekstra (12 Punkte) wurde zum fünften Mal in Folge (!) zur besten VCW-Spielerin ausgezeichnet; mit Gold wurde Schwerins Außenangreiferin Anne Hölzig (16 Punkte) geehrt. Im Anschluss gab es Standing Ovations und „Tobi-Sprechchöre“ für Tobias Radloff, der als äußerst beliebter Hallensprecher nach 17 Jahren Abschied nahm. Co-Geschäftsführer Christopher Fetting würdigte den 39-Jährigen als „die Stimme des VCW und einen beständigen, verlässlichen Teil der VCW-Familie“. In Einspielern sendeten ehemalige VCW-Athletinnen Grüße: Steffi Lehmann, Tanja Hart, Nadja Schaus, Nicole Fetting, Julia Osterloh, Simona Kóšová-Vedrödy, Lena Große Scharmann und Tanja Großer. Beim Playoff-Heimspiel des VCW am 25.3.2026 (Mittwoch, 19:00 Uhr) wird ein anderer Hallensprecher die Crowd anfeuern. Mögliche Gegner dann: Schwerin, VfB Suhl Lotto Thüringen oder Dresdner SC.

STORY ZUM SPIEL

Erster Satz: 25:27 (0:1)

Beim 2:5 schon die erste VCW-Auszeit nach Annahmeproblemen, aber dann ließ man den Favoriten erstmal nicht vom Haken. Immer wieder schafften die Gastgeberinnen den Gleichstand (9:9, 11:11, 12:12 und Ass von Jimena Fernández Gayoso zum 14:14). Den ersten Blockpunkt steuerte Sanne Konijnenberg bei (16:16). Und dann ging der VCW erstmals in Führung (18:17, Dagmar Boom)! Der zweite hessische Blockpunkt zum 20:18 veranlasste Felix Koslowski zu seiner ersten Auszeit ... Er hatte ob der Gegenwehr so einiges zu korrigieren. Seine Damen setzten zunächst nichts davon um (22:18) und es folgte die zweite Nachhilfe. Nach Sanne Konijnenbergs zu lang geratenem Aufschlag (23:21) und einem neben das Feld platzierten Angriff von Cayetana López Rey wurde es eng (23:22). Schwerin profitierte von Unsicherheiten in der VCW-Abwehr und hatte nun Satzbälle (24:25, 25:26). Mit einem Eigenfehler verschenkten die Frank-Schützlinge schließlich das erste Kapitel – nach dreizehnmal Gleichstand und zweimal drei Punkten Vorsprung ... schade!

Zweiter Satz: 19:25 (0:2)

Der VCW begann unbeeindruckt (7:5, Hannah Clayton), wurde dann aber unaufmerksam und bugsierte den Ball mehrfach ins Netz. Beim 12:14 holte Bene Frank seine Damen an die Linie. Pleun van der Pijl war für den Ausgleich zuständig (14:14). Ihr gelangen in dieser Phase drei Asse in Folge. Aber dann setzte sich der SSC mit cleveren Aktionen ab (15:18). Beim 19:21 keimte nochmal Hoffnung auf, aber Zählbares schafften die Gastgeberinnen nicht mehr.

Dritter Satz: 25:22 (1:2)

Erneut guter Beginn des VCW (3:1, 5:3). Ein zwischenzeitlicher Rückstand war beim 8:8 wieder wettgemacht. Und dann ging man wieder in Front (14:12 durch Dagmar Boom und 15:14 durch Hannah Clayton). Ein irrer Netzroller von Cayetana López Rey sorgte für Riesenjubel auf den vier gut gefüllten Rängen (17:14). Der VCW spielte dem Gast dann aber mit Eigenfehlern in die Karten, so dass dieser sich zumindest kurzzeitig am 18:18 und 20:21 erfreuen konnte. Aber damit war Schwerins Kuh noch längst nicht vom Eis ... Der VCW behielt dieses Mal die Nerven! Mit drei Assen vermochte man den SSC zu schocken. Das 25:22 war die Belohnung für einen couragierten Ritt.

Vierter Satz: 13:25 (1:3)

Und wieder der VCW! Hier war Feuer drin. Beim 6:4 für die Hessinnen verlor Felix Koslowski die Contenance ... Seine Damen allerdings nicht, sie erspielten sich drei Punkte in Serie (6:7). Die aufregendste Rallye des gesamten Matches setzte Cayetana López Rey ins Netz (8:10) und auch die nächsten VCW-Versuche blieben erfolglos (8:12). Zwei VCW-Punkten in Folge ließ der SSC nun eine lange Serie folgen (10:20). Auf des Gegners Seite gelang alles, auf der heimischen in allen Elementen hingegen nichts mehr. Wiesbaden agierte inzwischen mit Hanna Weinmann im Zuspiel (12:22), aber da war der Käse längst verputzt. Eines der besten VCW-Spiele der Saison ging zwar verloren, war aber eines, das den Fans in der heimischen Arena richtig Spaß gemacht hatte.

Nun geht es weiter im hohen Norden: Am kommenden Samstag treten die Hessinnen bei den ETV Hamburger Volksbank Volleys an. Danach steht fest, ob man als Siebter oder Achter der Rückrundentabelle in die Playoffs startet.

(Text: Sabine Ursel)

 

STATEMENT

VCW-Chefcoach Benedikt Frank: „Es war unser Ziel, einen Satz gegen einen der Großen für uns zu entscheiden. Wir haben gegen Suhl und Stuttgart schon daran gekratzt und heute ist uns das gelungen. Wir waren in allen drei Abschnitten komplett auf Augenhöhe und sind erst im vierten weggebrochen. Da hatten wir keine Optionen mehr, auch weil die Auszeiten aufgebraucht waren. Aber: Wir haben ein tolles, emotionales Match geliefert.“

Laura Broekstra (Mittelblock, MVP): „Es ist für mich schwer zu erklären, warum wir den ersten Satz wieder nervös hergeschenkt haben. Das wollten wir aber nicht auf uns sitzen lassen. Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir wollten unsere Fans inspirieren und das ist uns trotz des 1:3 auch gelungen. Man darf nicht vergessen, dass Schwerin ein Top-Team ist.“

VCW-Kader + Statistik

Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 1), Hanna Weinmann –
Außenangriff: Pleun van der Pijl (Niederlande; 3), Dagmar Boom (Niederlande; 6), Cayetana López Rey (Spanien; 10) – Mittelblock: Laura Broekstra (12), Hannah Clayton (USA; 8), Kathi Breitenbach (VCW 2; nicht eingesetzt) – Diagonal: Jimena Fernández Gayoso (Spanien; 11) – Libera: Lilly Bietau

 

TERMINE – 1. Volleyball Bundesliga Frauen

14.3.2026 (Samstag)
18:00 Uhr: ETV Hamburger Volksbank Volleys
Hamburg (Stadtteil Neugraben), CU Arena

Playoffs (der Deutsche Meister wird bis zum 2.5.2026 ermittelt)

Hinspiel (VCW-Gegner offen): 21. oder 22.3.2026 (auswärts, Zeit offen)
Rückspiel in Wiesbaden: 25.3.2026, 19:00 Uhr
Ggf. Entscheidungsspiel: 28. oder 29.3.2025 (auswärts, Zeit offen)

 

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