Der Beschluss, der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), dem Deutschen Vizemeister VC Wiesbaden in der kommenden Saison in der Halle am Zweiten Ring nunmehr sieben Pflichtspiele austragen zu lassen, hat in Wiesbaden für Verärgerung und Empörung gesorgt.
Oberbürgermeister und Sportdezernent Helmut Müller (CDU) versteht insbesondere nicht, wie das Thema Finanzierung als Begründung des DVL-Beschlusses herhalten kann. „Wenn die Stadtverordneten am 22. Juli für den Bau der Halle votieren, dann steht die Finanzierung“, sagte Müller. Angesichts dessen kann Müller kein Verständnis für die harte Haltung der DVL aufbringen. Die hatte einen einstimmigen Vorstandsbeschluss gefällt, in dem dem VCW nur sieben Pflichtspiele in der Halle am Zweiten Ring erlaubt sind. Im Vorstand sitzen mit den Managern des Schweriner SC und der Roten Raben Vilsbiburg auch Vertreter der Frauen-Bundesliga.
DVL will bei Zustimmung für Hallenbau neu beraten
Die DVL verteidigte am Freitag ihre Entscheidung. Daniel Sattler sprach vielmehr davon, dass die sieben erlaubten Spiele ein aus der zeitlichen Enge geborenes Zugeständnis an den VCW seien. „Wäre der Vorstandsbeschluss im April getroffen worden, hätte die Liga so entschieden, dass es gar keine Ausnahmeregelung gegeben hätte.“ Sollte in Wiesbaden am 22. Juli für den Bau der Sporthalle am Platz der deutschen Einheit gestimmt werden, werde die DVL „neu beraten“.
Mit welchem Ergebnis auch immer. Sattler verwies darauf, dass sich die
DVL als „Interessenverwalter aller“ sieht. Andere Städte und Kommunen
hielten ihre Bauprojekte ein. „Wir müssen als DVL vorangehen, um die
Sportart Volleyball voranzubringen“, betonte Sattler. Die Frage muss
erlaubt sein, wieso der VC Wiesbaden, der eine Hochburg im deutschen
Frauen-Volleyball darstellt, jetzt so hart bestraft wird. Ein Verein,
dessen Heimspiele auch Verbands-Präsident Werner von Moltke nie besucht,
ohne darauf zu verweisen, wie toll Volleyball in Wiesbaden
funktioniere.






